Ein Traumjob in der digitalen Zukunftsschmiede

v.l. Stefan Gusenbauer, Markus Gierlinger © Hermann Wakolbinger

21.12.2020

Ende 2018 hört Markus Gierlinger, dass Weltmarktführer Dynatrace im Softwarepark Hagenberg ein Lab eröffnen will. Sofort geht der FH-Student dem Gerücht nach. Jetzt arbeitet er in seinem Traumjob.

Wenn es um den Job geht, zeichnet Markus Gierlinger Zielstrebigkeit aus. Nach der Matura an der HTL Neufelden in der Fachrichtung Betriebsinformatik heuert er bei einer Automatisierungsfirma als Software-Entwickler an. Um sich weiterzuentwickeln und fachlich zu vertiefen, wechselt der gebürtige Rohrbacher nach vier Jahren an die FH Hagenberg. Dort studiert Gierlinger zuerst „Sichere Informationssysteme“. Nach dem Bachelor schließt er das Master-Studium „Data Science und Engineering“ an. Gegen Ende des ersten Semesters schnappt er das Gerücht auf, der in Linz gegründete und an der New Yorker Börse notierte Weltmarktführer im Bereich Software Intelligence wolle auch in Hagenberg ein Entwicklungslabor eröffnen. „Als ich gehört habe, dass der Schwerpunkt des Labs „Künstliche Intelligenz und IT-Security“ sein soll, habe ich sofort die Information überprüft und Kontakt zu Dynatrace aufgenommen“, erinnert sich Gierlinger. Er trifft Stefan Gusenbauer, der den Standort aufbaut und leitet, zu einem informellen Gespräch, das eine überraschende Wende nimmt. „Der Entwicklungsschwerpunkt und die Kultur von Dynatrace waren mir auf Anhieb so sympathisch, dass aus dem Gespräch spontan ein Jobinterview geworden ist.“ Ab da geht es schnell. Gierlinger beginnt neben dem Studium bei Dynatrace zu arbeiten, widmet seine Masterarbeit einem Security-Thema, das jetzt Teil seines Jobs ist.

Think global, act local

Erzählt der IT-Security-Experte über sein aktuelles Aufgabengebiet, denkt man fast unweigerlich an das Motto „Think global, act local“. „Wir arbeiten hier in Hagenberg mit den modernsten Technologien und sind an der Spitze der weltweiten Entwicklung.“ Die Software-Intelligence-Plattform von Dynatrace stellt in Echtzeit und mithilfe Künstlicher Intelligenz sicher, dass Software perfekt funktioniert. Eine tiefgehende Analyse der gesamten IT-Infrastruktur – von Anwendungen auf Computern, Servern, Smartphones und anderen Infrastruktur-Elementen bis hin zur Cloud – macht sichtbar, warum etwa das Internet im Home Office schlecht funktioniert, Websites langsam laden, ganze Web-Services unerreichbar sind oder zum Beispiel auch Weihnachtspakete zu spät ankommen. Dynatrace kann Unternehmen unterstützen, Fehler in IT-Systemen automatisiert zu „heilen“. Außerdem erkennt Dynatrace automatisch, wann IT-Kapazitätsgrenzen erreicht werden und wie diese augenblicklich erweitert werden können.

Fünf Millionen Socken im Warenkorb

„Dynatrace arbeitet daran, dass diese komplexen Systeme zuverlässig arbeiten und unter anderem vor Angriffen geschützt werden können“, skizziert Hagenberg Lab-Lead Stefan Gusenbauer die Aufgabe seines mittlerweile mehr als 40-köpfigen Teams. „In der Ausspäh-Phase einer Cyberattacke findet noch kein Angriff an sich statt. Es wird versucht, das IT-System zu verstehen und Schwachstellen zu identifizieren“, erklärt Security-Experte Gierlinger. So werde etwa die Belastungsgrenze eines Onlineshops getestet, indem fünf Millionen Socken in den Warenkorb gestopft werden. Führt dies zu einem unerwarteten Verhalten in der Anwendung, kann die daraus gewonnene Information für einen Angriff genutzt werden. „Die Muster dahinter zu erkennen und unseren Algorithmen ein effizientes Abwehrverhalten anzutrainieren, ist Teil meines Jobs.“ Dynatrace kooperiert eng mit der FH und lokalen Unternehmen und baut seinen Standort in Hagenberg weiter aus. Bis zum Frühjahr 2021 wird dieser auf über 1.900 Quadratmeter verdoppelt. Insgesamt entstehen so 120 hochmoderne IT-Büroarbeitsplätze. Weil der Ruf des Labs exzellent ist, übersiedelt jetzt sogar ein US-Kollege ins Mühlviertel. „Ein Mitarbeiter aus unserem Lab in Detroit verstärkt uns in Kürze in Hagenberg“, freut sich Stefan Gusenbauer über die internationale Attraktivität seines Labs im Softwarepark Hagenberg.