Grenzübergreifendes Forschungsprojekt zum Thema Wald und Gesundheit

© FH OÖ

22.07.2020

Das Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein der Gesellschaft nimmt eine zunehmend wichtige Rolle ein. Passend zu dieser Entwicklung hat sich ein Konsortium mit insgesamt 14 Projektpartnern aus Bayern und Österreich in einem INTERREG-Forschungsprojekt unter dem Titel „Netzwerk Gesundheitstourismus Wald“ zusammengeschlossen. Ziel ist es, an nachhaltigen Ansätzen zu arbeiten, wie lokale Wald- und Naturräume gesundheits¬touristisch genutzt werden können. Die FH Oberösterreich bringt mit den Studiengängen Agrartechnologie & -management (Wels) und Embedded Systems Design (Hagenberg) ihr Know-how ein.

Für immer mehr Menschen spielt das Thema Gesundheit eine zunehmend wichtige Rolle. Dies zeigt sich einerseits in einem steigenden Bewusstsein für eine intakte und somit gesunde Umwelt. Andererseits spiegelt sich dies in sich verändernden Werte- und Konsummustern wider. Dieser Trend zu einem gesundheitsbewussten Leben hat sich durch die Corona-Pandemie weiter verstärkt.

Kern des Forschungsprojektes „Netzwerk Gesundheitstourismus Wald“ bildet dabei ein grenzübergreifendes Projektteam, das sich aus Forscher*innen des Lead-Partners European Campus Rottal-Inn, der FH OÖ-Studiengänge Agrartechnologie und -management und Embedded Systems Design, des Bundesforschungszentrums für Wald mit der Forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen und der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg zusammensetzt. Entsprechend der interdisziplinären Ausrichtung und der damit verbundenen Kompetenzen der vier Institutionen wird sich das Team während der Projektlaufzeit bis Juni 2022 dem Themenkomplex „Wald, Gesundheit und Tourismus“ aus verschiedenen Blickwinkeln nähern.

Das Forschungsteam der FH OÖ beschäftigt sich mit der Erfassung, Dokumentation und Analyse der spezifischen wald- und naturräumlichen Gegebenheiten (insbesondere Wald und Wasser) in den Pilotregionen inklusive der Kartierung der Waldregionen mittels Drohnentechnologie. In weiterer Folge wird aus den ermittelten Daten und Schlüsselfaktoren ein ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltiges Geschäftsmodell abgeleitet und auf die spezifischen Situationen in den Pilotregionen angepasst.

Oberösterreich ist mit Region Braunau-Simbach und Traunsee-Almtal dabei

In fünf Pilotregionen in Bayern und Österreich – Bad Birnbach, Neureichenau, Braunau-Simbach, Traunsee-Almtal und Tennengau – werden hierzu unter Einbeziehung lokaler Stakeholder aus Waldwirtschaft, Tourismus, Gesundheit und Kommune gemeinsame Konzepte erarbeitet, wie die jeweiligen Wälder und Naturräume gesundheits­touristisch genutzt werden können, um einen nachhaltigen Mehrwert für lokale Anbieter und Nachfrager gleichermaßen zu schaffen.

Zusätzliche Bedeutung durch Corona

„Durch den Fokus auf den lokalen Tourismus und gesundheitliche (Urlaubs-)Motive gewinnt unser grenzübergreifende Forschungsprojekt in Zeiten der Corona-Pandemie zusätzlich an Bedeutung. Umso glücklicher sind mein Hagenberger Kollege Dr. Markus Pfaff und ich, nun auch operativ in den Regionen arbeiten zu können und das wissenschaftliche Know-how aus Hagenberg und Wels zugunsten des Waldtourismus vereinigen zu können“, sagt FH OÖ-Studiengangsleiterin Dr. Claudia Probst.

Die Welser Agrartechnologen suchen in einem ersten Schritt geeignete Wege und Plätze in den Zielregionen aus. Spezielles Augenmerk wird dabei auf natürliche Vegetationen mit guten Waldgesellschaften gelegt.

Hagenberg bringt anschließend seine IT-Expertise für die hochdetaillierte Kartierung der Waldgebiete mit Hilfe von Drohnentechnologie ein. „Wir wollen diese Technologie zum Wohle des Waldes weiterentwickeln und ihre Automatisierung vorantreiben“, sagt Co-Projektleiter Dr. Markus Pfaff. „Das ermöglicht uns auch an zukunftsweisenden Ansätzen des Edge Computings zu arbeiten, bei dem es darum geht, hohe Rechenleistungen in kleinen Geräten unterzubringen und das bei geringstmöglichem Energieverbrauch“, so der Professor am Masterstudiengang Embedded Systems Design weiter. Dazu werden etwa Methoden der Digitalen Signalverarbeitung, der Regelungstechnik und der KI eingesetzt. 

Weitere Unterstützung erfährt das Projektteam dabei durch eine Vielzahl an Partnern aus Politik und Praxis. Hierzu zählen der Oberösterreich Tourismus, der Tourismusverband Ostbayern, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfarrkirchen, die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft sowie das Österreichisches Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus.

Finanziert wird das grenzübergreifende Projekt überwiegend durch das INTERREG V-A Programm „Österreich-Bayern 2014-2020“. Als Bestandteil des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) werden bis zu 75% der Gesamtkosten durch das Förderprogramm übernommen, wobei diese Mittel insbesondere in Personalkosten, aber auch in Ausrüstungskosten fließen. Die restlichen Mittel werden von den Projektpartnern selbst getragen.

www.fh-ooe.at